#Kulturlandretten

Beitrag der YOUKI Festivalleiter_innen Laura-Lee Röckendorfer und Boris Schuld im Zuge der Eröffnung des Festivals am 21.11 2017 #kulturlandretten

Der Hauptgrund warum ich immer noch hier lebe, warum ich nie ganz weggezogen bin, ist die hiesige, vielfältige Kulturszene in Oberösterreich. Dieser Szene fühle ich mich seit 25 Jahren als Konsument und als Kulturarbeiter zugehörig. Diese Kulturlandschaft hat mir immer das Gefühl gegeben, dass die große Welt auch irgendwie in dem kleinen Oberösterreich Platz hat. Das die Provinz nicht zwingend provinziell sein muss. Die regionalen Kulturinitiativen sind der Grund, warum ich mich hier verbunden fühle und warum Oberösterreich für mich ein lebenswertes Land ist.
(Boris Schuld)

Ich hatte das Glück in der Kulturszene Wels, und größer gedacht Oberösterreichs aufzuwachsen. Es waren jene Institutionen die mein zweites Wohnzimmer wurden, sie prägten mein Weltbild und meine Lebensrealität. Es war immer möglich sich selbst einzubringen, mitzugestalten und sich eine eigene Meinung zu bilden. Bis heute zieht es mich hier her zurück: als Kulturarbeiterin, Konsumentin und Künstlerin. Aus einem guten Grund: die breit gefächerte Kulturlandschaft OÖs ist etwas Besonders, wie man sie kaum wo findet.
(Laura-Lee Röckendorfer)

Seit längerer Zeit müssen die Kulturinitiativen mit stagnierenden Förderungen zurecht kommen. Das Beibehalten eines qualitativ hochwertigen und breiten Angebots ist nur durch einen sehr hohen persönlichen Arbeitseinsatz bis hin zur Selbstausbeutung, Ehrenamtlichkeit, durch gute Vernetzung und ein helfendes Miteinander möglich. Praktisch niemanden geht es um einen finanziellen Verdienst, den es ohnehin kaum gibt, praktisch allen geht es um eine Haltung: Kunst und Kultur ist ein lebensnotwendiger Bestandteil unserer Gesellschaft

Und jetzt soll noch mehr eingespart werden und wir fragen uns wie das noch gehen soll? Irgendwann ist der Punkt erreicht, wo es einfach nicht mehr weitergeht. Wenn immer mehr Initiativen verschwinden oder ans Aufgeben denken. Wenn die Kulturarbeit ausgehungert wird, bleibt nur noch wenig übrig. Jahrzehnte lange Arbeit zerbröselt. Zurück bleibt ein großes Loch.Gerade in Zeiten wo Engstirnigkeit und Kasterl-denken immer moderner wird, muss die Politik mehr in die Kultur investieren, muss in Offenheit und Vielfalt investiert werden.

Ein Land OÖ ohne freie Kulturszene ist ein ödes Land.
Wir unterstützen die Initiative Kulturlandretten

#youkiwels #kulturlandretten
https://kulturlandretten.at/
Foto: Hanna Schwaiger