YOUKI-Reisetagebuch

Ziiiiiiiiiieh dir Sprache rein

Dienstag, 21.11.2017

 

Das MKH hat man schon von Weitem gesehen, in den Fenstern bewegten sich beeindruckend bunte Projektionen. Die Eingangstür öffnet sich nur langsam, aber endlich bin ich drin, in dieser eigenen Welt. Sofort habe ich bemerkt, dass hier schon einiges im Gange ist: Kreatives Schaffen, die Energie des Hauses und die Vorfreude konnte ich fast mit den Händen greifen. Ich habe meine Suche begonnen, dabei hat es mich in den ersten Stock verschlagen. Dort fand ich zu meinem Erstaunen: ein Haus. Ein Haus in einem Haus, wow. Sowas gibt’s nur hier.

Ich wusste nicht recht wohin mit mir, alles war ein bisschen groß, ein bisschen bunt. Im ersten Stock hab’ ich noch die Redaktion und die Küche gefunden auf meiner Suche nach dem richtigen Ziel. Und dann hingen da Skateboards von der Decke. Die haben mich so gefesselt, dass ich fast die Stiege runtergefallen bin.

Ich hab’ mich dann unten weiterverirrt, bin dabei im „Extrazimmer“ gelandet. Plötzlich habe ich von weiter weg laute Stimmen gehört. Es wurde etwas verkündet! Man sprach von der Geschichte der YOUKI, von großen Problemen, schönen Momenten, Fragen wurden gestellt. Ich konnte mein Glück beinahe nicht fassen, als auf den breiten Stufen Laura-Lee Röckendorfer und Boris Schuld auftauchten. Solch berühmte Leute trifft man nur hier.

Danach hab’ ich endlich mein Ziel gefunden, hat eh lang genug gedauert, die Reise war erschöpfend. Müde habe ich mich im Kinosaal 1 auf einen Platz fallenlassen. Eröffnet wurden die Filme mit dem Trailer der Youki, da hatte ich kurzzeitig fast ein wenig Angst … Ein Mädchen taucht auf. Ausdruckslos starrt sie in die Kamera. Schwarz. Ein anderes Mädchen taucht auf. Auch sie blickt direkt in die Kamera. Langsam wird klar, irgendetwas wird passieren. Die Musik verbreitet Panik, die Katastrophe steht kurz bevor. Das erste Mädchen hebt die Hand und … beginnt zu lachen. Erleichterung machte sich in mir breit. Selfietest #1.

Auf eine Reise, bei der sich der Horizont dreht, wurden wir beim ersten Film mitgenommen –  Hypnodrom. Immer schneller dreht er sich, bis wir am Ende wieder langsamer werden und ankommen. Der Film: beeindruckend, aber nichts für Leute mit schwachem Magen.

Bier & Calippo: Ich hätte die Angst meines Lebens, wenn ich in diesen Bus steigen müsste. Die meiste Zeit hab ich mir gedacht: „Ooooh meine Göttin, kann der nicht bitte auf die Straße schauen?“ Er betrügt sie. Beide noch jung, vielleicht sechzehn? Als sie ihm erzählt, dass sie schwanger ist, brach mir das Herz. Es wirkte so nahe, das könnte jedem passieren. „Bier und Calippo!“ Der Song ist hängengeblieben, ich hab sogar jetzt noch einen Ohrwurm. Bier und Calippo, Bier und Calippo. Alles steuert auf die Katastrophe zu: Sie trennen sich. Die Reaktion vom Vater auf ihre Schwangerschaft ist menschlich, er bemüht sich sehr um seine Tochter. Das Lachen des Kindes bringt mir die Freude zurück. Später habe ich erfahren, dass es Laura-Lees Sohn ist. Ich bin sicher, der Kleine hat eine steile Schauspiel-Karriere vor sich.

Meine Zitate des Tages:

„Nachsätze trauen Vorsätzen zu wenig zu.“
„Warum wollen die alle weg?“
„Schwangerschaftstests kriegt man für 20€ auf Ebay.“
„Früher war ich auch einmal jung.“

von Lenni Brunnbauer